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Punkt in Aachen

Für den SPORTCLUB wäre im Tivoli weit mehr drin gewesen

Mit einem Punkt im Gepäck kommt der SC Verl von seinem Auftritt bei Alemannia Aachen zurück. Beim 1:1 (0:1) vor 4.800 Zuschauern am Tivoli, darunter auch ein gutes Dutzend aus Verl, wäre aber mehr drin gewesen. „Die Jungs sitzen mit langen Gesichtern in der Kabine“, verriet SPORTCLUB-Trainer Guerino Capretti auf der Pressekonferenz, „es ist schon toll, wenn du dich über einen Punkt, den du in Aachen holst, ärgerst.“

Gründe dafür, dass das Unentschieden keine Zufriedenheit in die Gesichter der Westfalen zauberte, gab es einige. Zum einen gab es eine starke erste Hälfte zu sehen, in der Verl die Aachener - ähnlich wie vor einer Woche in Mönchengladbach - mit gutem Pressing unter Druck setzte, allerdings nicht ganz so früh wie im Grenzlandstadion störte. „Wir wussten, dass Aachen gerne auch mit langen Bällen operiert; deswegen sind wir diesmal nicht ganz so früh drauf gegangen“, erklärte „Rino“. Wenn die Alemannen dann ihr Glück mit langen Bällen versuchten, war die Defensive der Schwarz-Weißen um einen angeschlagenen, aber sehr starken Kapitän Julian Schmidt meist einen Schritt schneller.

So hatte sich der Gastgeber vor der Pause nicht eine einzige Chance herausgespielt. Lediglich mit Standards verbreitete das Team von Trainer Fuat Kilic ein wenig Gefahr. So landete der Ball nach einem Freistoß und anschließendem Kopfball auch im Tor von Robin Brüseke, doch wurde der Treffer wegen Foulspiels nicht gegeben (18.). Lediglich einmal, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, musste der Verler Keeper parieren. Aachens Torjäger Mergim Fejzullahu kam nach einem Diagonalpass frei am rechten Strafraum in Ballbesitz und versuchte aus spitzem Winkel erfolglos, Brüseke zu überwinden.

Doch da stand es bereits 1:0 für den SPORTCLUB. Nach mehreren guten Angriffen, an denen meist der sehr starke Nico Hecker beteiligt war und die Aachen gerade noch klären konnte, bevor es richtig gefährlich wurde, ging Verl in der 41. Minute verdient in Führung. Erneut war Hecker nach Zuspiel von Jannik Schröder auf der rechten Bahn marschiert, legte ab auf den emsigen Jonas Strifler, der auf Gianluca Marzullo durchsteckte. Eine Drehung und ein gefühlvoller Schuss ins lange Eck brachten die Führung.

Die zweite Hälfte startete der SPORTCLUB von der Spielanlage unverändert. Nach einem erneut starken Gegenstoß wuselte sich Hecker nach gutem Zuspiel von Schmidt in Aachens Strafraum durch und stürzte. Der nicht immer sattelfest wirkende Schiedsrichter Jörn Schäfer pfiff Strafstoß. „Wenn wir das 2:0 erzielen, dann kriegen wir wohl die drei Punkte“, mutmaßte auch „Rino“ nach Abpfiff. Doch es folgte der zweite Grund für die enttäuschten Gesichter in der Kabine, denn Marzullo schoss über das Aachener Gehäuse. Angeblich, das könnte den Fehlschuss erklären, soll Aachens Timo Staffeldt sich hinterher gegenüber lokalen Medien gerühmt haben, mit der Hacke vor dem Strafstoß in den Elfmeterpunkt eine Kuhle getrampelt zu haben.

Für Aachen war der Schuss übers Tor wie der Startschuss zu einer Schlussoffensive. Die Gastgeber drückten nun etwas intensiver, doch richtige Gefahr erzeugten sie nicht. Dafür wurde die Partie hektischer, viele Nickeligkeiten und kleine Fouls, Schiri Schäfer hatte arge Probleme. So haderte Aachens Trainer sicher zurecht mit dessen Leistung nach Abpfiff; die Meinung, dass Aachen die zweite Hälfte „klar dominierte“,  hatte er allerdings exklusiv.

Wo die Aachener allerdings deutlich besser waren als der SPORTCLUB, das waren die Standards. Bei Verl erzeugten Freistöße und Ecken keine Gefahr. „Da werden wir auch noch dran arbeiten“, versprach Capretti nach Abpfiff. Der dritte frusterregende Grund bei seinen Spielern an diesem Abend: Ein Missverständnis zwischen Schmidt und Brüseke führte schließlich zu der Ecke, die Aachen den Ausgleich bescherte. Der 2,01 Meter lange Innenverteidiger Jannik Löhden, ab Sommer in Reihen von RW Oberhausen, erzielte per Kopf im Anschluss an diese Ecke den Ausgleich (70.). „Wir wussten, dass Löhden eine Waffe bei Standards ist, aber das kann man nicht immer verteidigen“, machte Capretti den Jungs keinen Vorwurf. "Ich habe viel im Spiel gesehen, was wir uns vorgenommen haben. Ich bin sehr zufrieden und stolz auf die Mannschaft.“ Kommenden Samstag gegen die Reserve von Borussia Dortmund soll die Leistung dann vor eigenem Publikum bestätigt werden.

Aachen: P. Nagel - Winter, Propheter, Löhden, Mohr – Kühnel (46. Rüter), Pluntke, Khalil Mohammad (85. Dowidat) – Hammel (46. Staffeldt), Mickels, Fejzullahu

Verl: Brüseke – Choroba, Schmidt (73. Kaminski), Kalinowski, Schaal – Schröder, Strifler (73. Liehr) – Hecker, Maier, Unzola – Marzullo (85. Veselinovic)

Tore: 0:1 Marzullo (41.), 1:1 Löhden (70.)

Zuschauer: 4800

Schiedsrichter: Jörn Schäfer

Gelbe Karten: Pluntke, Löhden, Staffeldt – Strifler, Maier

Gelb-Rote Karte: Dowidat (90.+2)

Bes. Vorkommnisse: Marzullo verschießt Foulelfmeter (55.)

Das Video zum Spiel:

Bilder vom Spiel