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Herber Rückschlag gegen Ahlen

Nach 0:2 zu Hause schmilzt der Vorsprung auf die Abstiegsränge

Einen herben Rückschlag statt des erhofften Befreiungsschlags kassierte der SPORTCLUB mit 0:2 (0:2) vor 768 Zuschauern gegen RW Ahlen. Dank eines Doppelschlags binnen gut drei Minuten darf der ehemalige Zweitligist Ahlen neue Hoffnung im Abstiegskampf schöpfen, beim SPORTCLUB hingegen schmilzt der Vorsprung auf die Abstiegsränge.

Trainer Andreas Golombek setzte nahezu auf die Startaufstellung aus der Partie in Rödinghausen, brachte nur statt dem für 250. Partien für den SC Verl frisch geehrten Fabian Großeschallau Dennis Schaal, Kevin Kalinowski ersetzte Patrick Choroba und statt Jan-Lukas Liehr durfte Gianluca Marzullo gegen seine alten Kameraden beginnen. Die erste Viertelstunde der Partie war recht abwechslungsreich: Die Gäste hatten nach einer Ecke ihre erste Chance, doch die Volleyabnahme von Laurenz Wassinger ging über das Tor des SCV. Kurz darauf hatten die Hausherren eine Doppelchance, doch sowohl der Schuss von Marzullo als auch der Nachschuss von Jannik Schröder wurden geblockt. Im Gegenzug konnte sich Robin Brüseke erstmals auszeichnen, als er mit einem starken Reflex den Rückstand verhinderte. Kurz darauf war ein Pass von Nico Hecker auf Viktor Maier etwas zu steil.

Danach nahmen beide Teams etwas den Dampf vom Kessel, die Partie plätscherte im Mittelfeld hin und her, ohne dass sich eine Mannschaft gefährlich dem gegnerischen Gehäuse näherte. Doch während das bei der Verler Hintermannschaft scheinbar eine leicht einschläfernde Wirkung erzeugte, blieb ein anderer hellwach: Laurenz Wassinger. Zumindest schaltete er nach einem weiten Einwurf der Rot-Weißen, der mit dem Kopf noch verlängert wurde, am schnellsten und drosch den Ball zur etwas überraschenden Führung ins Tor (35.).

Der SPORTCLUB haderte noch mit seinem Schicksal, da erhöhte der Gast bereits. Erneut wirkte die Hintermannschaft nicht sonderlich sortiert, ließ Tim Kallenbach alleine auf Brüseke zu dribbeln. Doch der Keeper reagierte erneut gut und wehrte den Ball zur Seite ab. Doch dort lauerte Ahlens Torjäger Cihan Yilmaz relativ unbedrängt und vollendete problemlos zum 0:2 (38.). Verl hatte vor der Pause immerhin noch eine Großchance, doch die von Schaal geschlagene Ecke jagte Jonas Strifler nur an den Querbalken.

„Es war laut in der Kabine“, wusste ein Insider von der Halbzeitansprache Golombeks zu berichten. Tatsächlich bäumte sich der SPORTCLUB gegen den nächsten Nackenschlag auf. Doch Marzullos Kopfball nach Striflers Freistoß strich knapp übers Ahlener Gehäuse. Schröders Schuss aus 18 Metern wenig später stellte kein Problem für den ehemaligen Bundesliga-Keeper Sascha Kirschstein im Ahlener Kasten dar. Doch zu selten kam der SCV zum Abschluss, zu häufig erreichte auch der letzte Pass nicht den eigenen Mann, weil ein Rot-Weißer noch einen Fuß dazwischen brachte. Konterchancen der Gäste kamen dennoch nur sehr wenige zustande, und die wurden meist so zeitig gestoppt, dass sie Brüsekes Gehäuse nicht gefährdeten.

Stattdessen drückte Verl weiter, aber glücklos. Die größte Chance zum Anschlusstreffer versemmelte Maier. Nachdem Marzullo von seinen alten Mannschaftskollegen im Strafraum nur unfair gebremst werden konnte, jagte Maier den fälligen Strafstoß in den Verler Nachmittagshimmel. Und so biss sich der SPORTCLUB weiter an der dichten Ahlener Abwehr die Zähne aus, konnte sich sogar bei Brüseke bedanken, der kurz vor Abpfiff mit einem Reflex einen Schuss von Aygün Yilderim aus der Drehung parierte, dass nicht noch das 0:3 fiel.

„Hätten wir von Anfang so gespielt wie in der zweiten Hälfte, dann hätten wir nicht verloren“, bemängelte Trainer Andreas Golombek den Auftritt seiner Mannschaft vor dem Wechsel. Auch haderte er mit dem versiebten Strafstoß, der sicher noch einmal Impulse für eine noch intensivere Aufholjagd gegeben hätte. Genauso sah es auch Präsident Raimund Bertels: „Von der ersten Hälfte war ich super enttäuscht, da haben wir alles vermissen lassen, was Abstiegskampf ausmacht.“ Für die zweite Hälfte attestierte er der Mannschaft, dass sie Charakter gezeigt habe. „Da haben wir wirklich alles versucht, und wäre der Elfer verwandelt worden, bin ich überzeugt, wäre noch ein Ruck durch die Mannschaft gegangen.“

Am Donnerstag wartet auf den SC Verl der Tabellenzweite Borussia Mönchengladbach, der beim einem Ausrutscher des Spitzenreiters Viktoria Köln sicher zur Stelle sein will.

Brüseke - Strifler, J. Schmidt, Kalinowski, Unzola (46. Kaminski) - Mikic, Schaal, J. Schröder, Hecker (65. Choroba) – Marzullo (71. Veselinovic), Maier

Tore: 0:1 Wassinger (35.), 0:2 Yilmaz (38.)

Schiedsrichter: Mario Heller

Gelbe Karten: Schaal, Schröder, Marzullo, Kaminski

Besondere Vorkommnisse: Maier verschießt Foulelfmeter (70.)

Das Video zum Spiel:

Bilder vom Spiel