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SPORTCLUB erkämpft 0:0 gegen RWE

Punktgewinn vor beeindruckender Stadionkulisse

Mit einem hart erarbeiteten 0:0 trennte sich der SPORTCLUB von RW Essen im ersten Flutlichtspiel in der SPORTCLUB Arena in diesem Jahr. „Ein Punktgewinn“, gestand nach Abpfiff ein erleichterter SCV-Präsident Raimund Bertels, der sich über einen weiteren Zähler gegen den Abstieg freute. Ähnlich sah es auch Trainer Andreas Golombek. „Wir haben gegen Rot-Weiß Essen gespielt, nicht gegen irgendeine Truppe“, betonte er und verwies so auf die Qualität der Mannschaft, die sich nicht zuletzt auf Historie und Umfeld des einstigen Erstligisten gründet.

Diese Qualität der Essener, die eine Reihe Spieler mitbrachten, die bereits höherklassig gespielt haben, sorgte auch dafür, dass Verl bis zum Ende um den Punkt zittern musste. Doch dieser spielerischen Qualität stemmte sich der Gastgeber vor der beeindruckenden Kulisse von 1.470 begeisterten Zuschauern mit Leidenschaft und Kampfgeist entgegen.

Angefangen hatte der SCV ordentlich. Nach anfänglichem Abtasten bekamen die Schwarz-Weißen das Spiel in den Griff, verbuchten die ersten Abschlüsse, die aber wie der Schuss von Jannik Schröder RWE-Keeper Robin Heller nicht zum Eingreifen zwangen (9.). Für einen Moment, so gestand Bertels nach Abpfiff, habe er da gedacht, dass vielleicht eine Überraschung möglich sei und die Verler das Spiel bestimmen.

Doch spätestens nach einer Viertelstunde verblasste die Hoffnung, denn da kam der Gast erstmals gemeingefährlich vor das Verler Tor.  Ein Steilpass aus dem Nichts von Benjamin Baier auf den pfeilschnellen Kevin Grund, der in dieser Szene sogar Fabian Großeschallau stehen ließ, brachte Essen beinah die Führung. Doch Robin Brüseke eilte den Winkel bestens verkürzend dem Essener Grund entgegen, so dass dieser Abschluss pariert wurde.

Von da an staffelte der SC Verl seine Reihen etwas tiefer, um nicht noch einmal solch einen Gegenstoß zu riskieren. Das sorgte dafür, dass Essens Keeper Heller einen recht geruhsamen Frühlingsabend verbrachte, aber auch im Verler Strafraum war für die Mannschaft von der Hafenstraße kein Durchkommen. Über Standards und Fernschüsse versuchte die Mannschaft von Sven Demandt, zum Erfolg zu kommen. Doch Nico Lukas traf aus 25 Metern nach einer Ecke nur die Latte des Verler Gehäuses (25.); ansonsten war Brüseke zur Stelle wie bei dem Freistoß von Baier (29.).

Selten konnten die Essener sich mit Kombinationen Chancen erspielen, so wie in der 43. Minute. Doch war wie in diesem Fall, als sich Essen über die linke Seite nach vorne spielte und Kapitän Julian Schmidt die Hereingabe blockte, stets im letzten Moment ein schwarz-weißer Fuß dazwischen. Im Gegenzug hatte Verl sich mit einer schönen Aktion in Szene gesetzt. Der sehr starke Viktor Maier passte auf den insbesondere in der ersten Hälfte sehr gut agierenden Jonas Strifler, der mit einem Lupfer in die Spitze Manuel Rasp ins Spiel brachte. Doch der wurde leider wegen Abseits zurückgepfiffen.

Nach der Pause stand Verl von Beginn an tief. Nur gelegentlich konnte noch für Entlastung gesorgt werden.  Während nach einer Ecke Schmidt der Schuss noch über den Spann rutschte (50.), kam Schröder später besser zum Abschluss. Seine Direktabnahme aus gut 20 Metern verfehlte knapp das Essener Tor (69.). Zu der Zeit hatte Golo mit Nico Hecker und Daniel Schaal schon zwei schnelle frische Außenspieler ins Spiel gebracht. Die waren dann auch häufiger Adressaten der Befreiungsschläge aus der eigenen Abwehr und sorgten dafür, dass Verls Hintermannschaft Luft holen konnte.

Essen hingegen fehlte vielleicht auch der letzte Wille, alles in die Waagschale zu werfen. Denn für RWE ist das Titelrennen im Prinzip gelaufen, im Pokal steht die Demandt-Elf hingegen gegen den Wuppertaler SV am Dienstag im Halbfinale. Und so verdiente sich Verl mit enorm viel Engagement, Kampf und Leidenschaft einen Punkt gegen die Traditionsmannschaft aus Bergeborbeck.

„Essen hat eine sehr gute Mannschaft“, war Golombek mit dem Punktgewinn zufrieden. Freilich war auch ihm bewusst, dass seine Mannschaft für das Spiel keinen Schönheitspreis bekommt, doch: „Du kannst natürlich versuchen, gegen Rot Weiß Essen schönen Fußball zu spielen; dann wirst du aber 0:5 abgefertigt. Wir stehen im Abstiegskampf und brauchen jeden Punkt. Normalerweise haben wir keine Chance gegen solch ein gutes Team.“ Was er als großes Plus wertet, ist seine gleichwertige Auswechselbank: „Wenn wir auswechseln, kommt von der Bank immer noch ein neuer Schub“, lobte er die Ausgewogenheit des Kaders der Mannschaft, die „jeden Sommer Leistungsträger verliert und immer wieder neu aufbauen muss.“

SC Verl: Brüseke – Mikic, Schmidt, Unzola, Großeschallau (60. Hecker) – Choroba, Strifler, Schröder, Rasp (60. Schaal) – Maier, Marzullo (77. Liehr)

RW Essen: Heller – Malura (81. Becker), Windmüller, Zeiger, Huckle – Brauer (81. Meier), Lucas, Grund – Ngankam (72. Bednarski), Baier, Platzek

Schiedsrichter: Marco Goldmann – Fabian Maibaum, Jens Jeromin

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 1.470

Gelbe Karten: Marzullo, Schmidt – Zeiger

Beste Spieler: Maier – Zeiger, Baier

Das Video zum Spiel:

Bilder vom Spiel